Elektrohypersensibilität (EHS)

Was ist Elektrohypersensibilität?

Elektrohypersensibilität oder Elektrohypersensitivität ist eine selbst entstehende physikalische Antwort auf das Vorhandensein von elektromagnetischer Strahlung welche von jedem elektrischen Gerät abgesondert wird. Hierbei kann es sich um Funkfrequenz (RF) handeln, wie im Falle von WI-Fi, Mobiltelefonen, Basisstationen oder Mikrowellenöfen. Oder es handelt sich um extrem niederfrequenzierte Geräte wie es bei der Stromversorgung von Haus- oder Hochbahnen der Fall ist.

Die berichteten Symptome dieser allergisch-ähnlichen Reaktion sind unspezifisch was bedeutet, dass einige Leute Kopfschmerzen oder Schwindel erleben können, während andere übermäßige Müdigkeit und Gelenkschmerzen fühlen. Die Gemeinsamkeit dieser Symptome besteht darin, dass sie in Gegenwart von elektromagnetischen Feldern (EMF) auftreten und durch die Entfernung oder Dämpfung dieser gelindert werden.

Was sind die Ursachen und die Symptome?

In unserer modernen Gesellschaft werden sich immer mehr Menschen der Tatsache bewusst, dass sie empfindlich gegenüber elektromagnetischer Strahlung (EMR) sind, welche von einer Vielzahl von elektrischen Geräten und Anlagen abgestrahlt werden. Laut einer Umfrage von „Röösli et al“ sind die meisten beteiligten Felder vorwiegend aus Mobilfunk-Basisstationen (74%), Mobiltelefonen (36%), schnurlosen Telefonen (29%) und Stromleitungen (27%).

In Prag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2004 ein internationales Treffen zur EMF-Hypersensitivität durchgeführt, bei dem sie EHS (unter Verwendung des Begriffs „Idiopathische Umweltintoleranz aufgrund von elektromagnetischen Feldern“ oder IEI-EMF) wie folgt definiert:

„...ein Phänomen, bei dem Individuen nachteilige gesundheitliche Auswirkungen während der Verwendung oder in der Nähe von Geräten, die elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder (EMFs) ausstrahlen, auftreten...was auch immer die Ursache ist, EHS ist ein echtes Problem für die betroffenen Personen...ihre Expositionen sind in der Regel mehrere Größenordnungen unter den Grenzen international anerkannter Standards“ (WHO Fact Sheet #296, Dezember 2005)

Später wurde festgestellt, dass:
„ EHS zeichnet sich durch eine Vielzahl von unspezifischen Symptomen aus , bei denen Individuen einer Exposition gegenüber EMF ausgesetzt sind. Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen gehören dermatologische Symptome (Rötung, Kribbeln und Brennen) sowie neurasthenische und vegetative Symptome (Müdigkeit, Erschöpftheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen und Verdauungstörungen). Die Erfassung der Symptome ist nicht Teil eines anerkannten Syndroms“ (WHO Fact Sheet #296, Dezember 2005)

Zu den häufigsten anderen Symptomen gehören die kognitiver Natur ( Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisverlust) mit einer Vielzahl anderer Symptome, die auch berichtet werden, wie Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Unruhe, Reizbarkeit, Lernschwierigkeiten, häufige Infektionen, Blutdruck Veränderungen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Taubheitsgefühl, Tinnitus, Hörverlust, Augenprobleme.

Wie häufig ist EHS?

2006 berichteten Hallberg und Oberfeld über eine Prävalenz von Elekro-Hypersensitivität (EHS), die sich von weniger als 2% vor 1997 auf etwa 10% bis 2004 erhöht hatte. Weitere aktuelle Erhebungen zu EHS in der Öffentlichkeit zeigten eine Prävalenz in den europäischen Ländern 1,5 bis 5%.Sie sagten voraus, dass sich der Trend vorsetzten würde.

Wie „echt“ ist EHS?

Viele Menschen belächeln EHS als ein psychologische Problem und sehen es nicht als eine reale physische Wirkung an. Sie beziehen sich auf den „Nocebo“ Effekt, was soviel bedeutet wie dass die Betroffenen sich die Auswirkungen nur einbilden infolge dessen, weil sie davon überzeugt sind das sie existieren müssen. Ein einheitlicher Mechanismus zur Erläuterung von EHS ist bisher jedoch nicht gefunden worden. Jedoch zeigt eine wachsende Zahl von Studien dass EMR verschiedene Prozesse im menschlichen Körper beeinflusst und welche nicht nur durch die thermische Erwärmung, wie uns die Telekommunikationsindustrie und Regulierungsstellen glauben lassen wollen, bestehen. Der menschliche Körper ist ein äußerst komplexes System. Das Zusammenspiel dieses Systems mit seiner äußeren Umgebung, den Viren und Bakterien die es sammelt und die Chemikalien die es freiwillig oder unfreiwillig aufnimmt ist ähnlich schwer zu beobachten „in vitro“. Dies bringt uns zu dem Schluss dass zuverlässige Vorhersagen aller möglichen Verhaltensweisen des „menschlichen Systems“ schwer zu bestimmen sind. Mehr Forschung ist dringend erforderlich.


Es gibt jedoch auch Länder mit einer offeneren und proaktiven Sicht zum Thema Elektrohypersensitivität wie zum Beispiel Schweden. Dort gilt die EHS als funktionelle Beeinträchtigung (d.h. Es behindert einige Menschen dass sie ein normales Leben in irgendeinem Aspekt führen können). Die kanadische Menschenrechtskommission klassifiziert es sogar als eine Behinderung aufgrund einer Empfindlichkeit gegenüber der Umwelt.

Für die Leidtragenden von EHS ist es eine sehr reale Bedingung die nicht ernst genug genommen wird.

EHS Patienten können Symptome erleben, wenn sie sich in der Nähe verschiedener Elektrogeräte des täglichen Bedarfs befinden, wie zum Beispiel Computer, Fernseher, schnurlose DECT Telefone, Mobiltelefone und WLAN Router. Die am häufigsten auftretenden Symptome sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Hautprobleme. Einige Betroffene erleben schlimmere Symptome wie Herzklopfen, Verlust des Bewusstseins oder Übelkeit, sodass sie gezwungen sind radikale Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen um Erleichterung zu finden. Eine dieser Personen ist Per Segerback, ein ehemaliger Telekommunikationsingenieur bei Ellemtel (eine Ericsson Tochter) welcher heutzutage ein einsames Leben in einem kleinen Haus in einem schwedischen Naturschutzgebiet weit entfernt von allen Quellen von EMF führt.

Seit einigen Jahren wurde EHS in Schweden als „funktionelle Beeinträchtigung“ anerkannt und wird wie jede andere Beeinträchtigung behandelt. Es gibt sogar eine Assoziation für die Unterstützung von Leidenden (Schwedische Vereinigung für die Elektro-Sensitiven http://www.feb.Se). Der Zugang zu öffentlichen Gebäuden für EHS Betroffene wird in Erwägung gezogen. Renovierungsmassnahmen zur Verringerung der EMF im Haushalt stehen zur Verfügung, darunter verschiedene Screening Möglichkeiten. In extremen Fällen können staatliche Unterkünfte in EMF „ruhigen“ Bezirken in ländlichen Gebieten zur Verfügung gestellt werden.

Das Problem ist, dass bislang kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern/Strahlung und EHS unumstritten nachgewiesen werden konnte. Die Betroffenen zeigen reale Symptome und eine Verschlechterung der Lebensqualität ist für sie real, aber die Wissenschaft kann EMF nicht explizit als Ursprung der Not bezeichnen.

Anderorts in dem Bereich der Forschung zum Thema der biologischen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung wurden folgende Effekte festgestellt: das Brechen einzelner DNA Ketten, Schlafanomalien, Hirnwellenstörungen, Tinnitus, erhöhte Inzidenz von akustischem Neurom und Gliom, Veränderung der Permeabilität der Hirnblutbarriere, die Wirkung auf den Ionenpumpmechanismus der Zelle und die Genexpression, Veränderung der Mastzellzahl der Haut und Veränderungen der Immunantwort; Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Verbindung zwischen EMF und EHS besteht, insbesondere wenn es Hinweise auf eine allergische Reaktion der Haut und an anderen Stellen im Immunsystem gibt.

Personen, die unter Heuschnupfen, Glutenunverträglichkeit, Erdnussallergie oder eine der vielen anderen Allergien leiden, wird versucht zu helfen. Warum also sollen wir uns nicht auch um solche kümmern, die empfänglich für EMF sind?

Aber die Zeiten ändern sich. Bestes Beispiel dafür ist eine französischen Frau der 2015 aufgrund ihrer Elektro-Hypersensitivität eine monatliche Invaliditätsleistung von einem Gericht zugesprochen wurde. Vielleicht wird es dadurch in Zukunft mehr Anerkennung für diesen Bereich geben und so tragische Ereignisse wie der Selbstmord eines englischen Teenagers vermieden dem der Mangel an Unterstützung zu viel wurde.



And in English..........

Electro-HyperSensitivity (EHS)

What is Electro-Hypersensitivity?

Simply defined, electro-hypersensitivity (EHS) is a self-reported physical response to the presence of electromagnetic radiation as emitted by all electrical equipment in one form or another. This might be radio frequency (RF), as in the case of Wi-Fi, mobile phones, base stations or microwaves ovens, or extremely low frequency, as in the case of household electricity or overhead railway supplies.

The reported symptoms of this allergic-like response are non-specific, meaning some people may experience headaches or dizziness while others feel excessive fatigue or joint pains. The common factor is that they appear in the presence of electromagnetic fields (EMF) and are relieved by the removal or attenuation of those fields.


What are the sources and symptoms?

In our modern society a growing number of people are reporting themselves as being sensitive to the electromagnetic radiation (EMR) emitted from a variety of electrical equipment or installations. According to a 2001 survey conducted by Röösli et al, the offending fields originate predominantly from mobile phone base stations (74%), mobile phones themselves (36%), cordless phones (29%), and power lines (27%).

In Prague in 2004, the World Health Organization (WHO) had organized an international meeting on EMF Hypersensitivity at which they defined EHS (using the term “Idiopathic environmental intolerance attributed to electromagnetic fields” or IEI-EMF) as follows:


“. . . a phenomenon where individuals experience adverse health effects while using or being in the vicinity of devices emanating electric, magnetic, or electromagnetic fields (EMFs) . . . Whatever its cause, EHS is a real and sometimes a debilitating problem for the affected persons . . . Their exposures are generally several orders of magnitude under the limits in internationally accepted standards.” - (WHO Fact sheet #296, December 2005)

Later it was stated that:

“EHS is characterized by a variety of non-specific symptoms, which afflicted individuals attribute to exposure to EMF. The symptoms most commonly experienced include dermatological symptoms (redness, tingling, and burning sensations) as well as neurasthenic and vegetative symptoms (fatigue, tiredness, concentration difficulties, dizziness, nausea, heart palpitation and digestive disturbances). The collection of symptoms is not part of any recognized syndrome.” - (WHO Fact sheet #296, December 2005)


To date, other common symptoms include those of a cognitive nature (concentration difficulties and memory loss) with a variety of other symptoms also being reported, such as sleep disturbance, depression, headaches, restlessness, irritability, learning difficulties, frequent infections, blood pressure changes, limb and joint pains, numbness, tinnitus, hearing loss, eye problems.


How common is EHS?

In 2006 Hallberg and Oberfeld reported a prevalence of electro-hypersensitivity (EHS) that had increased from less than 2% prior to 1997 to approximately 10% by 2004. Other contemporary surveys into EHS amongst the general public revealed a prevalance in European countries ranging from 1.5 to 5%. They also suggested that the trend would continue.


How "real" is EHS?

Many people dismiss EHS as a psychological problem and not a physical effect, citing the "nocebo" effect, suggesting that suffers imagine the effects as a result of being convinced that effects exist. One unifying mechanism to explain EHS hasn't, to date, been found, however, a growing number of studies have shown that EMR does affect various processes within the human body and not just as a result of thermal heating, as the telecommunications industry and regulatory bodies insist is the only possible danger. The human body is an extremely complex system and the interaction of that system with it's external environment, the viruses and bacteria it collects and the chemicals it ingests willingly or unwillingly, is similar complex and difficult to observe "in vivo", leading us to conclude that reliable predictions of all possible modes of behaviour of the "human system" will be hard to ascertain. More research is urgently required.

There are, however, countries with a more open and pro-active view, most notably Sweden, where electrohypersensitivity is officially recognised as a functional impairment (i.e. it prevents some people from living a normal life in some aspect) and the Canadian Human Rights Commission recognises classifies it as a disability, on the basis of it being an environmental sensitivity.

For the suffers of EHS it is a very real condition which is not taken seriously enough.

Sufferers of EHS can experience symptoms when in the proximity of various everyday electrical appliances, for example computers, televisions, DECT cordless phones, mobile phones and Wi-Fi routers being particularly contemporary sources. The most reported EHS symptoms are fatigue, headaches and skin problems. Some sufferers experience more severe symptoms such as heart palpitations, loss of consciousness or nausea, with such discomfort that they are forced to make radical changes to their lives in order to find relief. One such person is Per Segerback, a former telecomunications engineer at Ellemtel (an Ericsson subsidiary), who now lives a solitary life in a small house in a Swedish nature reserve, far removed from any sources of EMF.

For some years, EHS has been recognized in Sweden as a “functional impairment” and is treated as any other impairment and an association exists for the support of sufferers, the Swedish Association for the Electro-Sensitive (http://www.feb.se). Access to public buildings for EHS suffers is considered. Renovation measures to reduce EMF in the home are available, including various screening possibilities. In extreme cases, state-owned accommodation in EMF “quiet” districts can be made available in more rural areas.

The problem is that, so far, no direct causal relationship between electromagnetic fields/radiation and EHS has been incontrovertibly proven. The sufferers exhibit real symptoms and the discomfort, or degradation of the quality of life is real for them but science cannot explicitly confirm EMF as the origin of the distress.

Elsewhere in research around the subject of the biological impact of mobile phone radiation, effects have been reported varying from breaking of single DNA chains, sleep abnormalities/brain-wave disruption, tinnitus, increased incidence of acoustic neuroma and glioma, alteration to the permeability of the brain-blood barrier, effects to the cell level ion-pump mechanism and gene expression, alterations to the mast cell count of the skin and changes in immune responses. It is not implausible that a link between EMF and EHS exists, particularly when there is some evidence of an allergic-like response to EMF in the skin and other reactions elsewhere within the immune system.

The sufferers of hay-fever, gluten allergy, peanut allergy and many other allergies are considered suitable for treatment or relief. Why, then, should we not also consider those sensitive to EMF?

But times are changing and with a court decision in France in 2015, which awarded a French woman a monthly disability allowance as a result of her reported electro-hypersensitivity, it is likely that greater recognition will be given in the future, thus hopefully avoiding further tragic events such as the suicide of a teenager in the UK in the same year, for whom the suffering and lack of support had become too much.


Isar Energetics - EMF Advice