Biologische Effekte von EMF

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereitete sich eine Welle elektromagnetische Aktivität rund um den Globus aus. Seit der ersten AM-Rundfunksendung haben sowohl Bevölkerung als auch Wissenschaftler ihre Besorgnis über die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung geäussert. In den Jahrzehnten nach der Entwicklung des Radars zeigte die Erforschung der Auswirkungen auf die menschliche Biologie von Mikrowellen nachteilige Effekte. Diese Symptome wurden als „Mikrowellenkrankheit“ bekannt. Die beobachteten Effekte aus dieser Erforschung wurden in der Bibliographie von der US Naval Medical Institute im Jahr 19721 veröffentlicht. Der Bericht beschreibt detailliert über 140 verschiedene biologische Effekte, sowohl positive als auch negative, zusammengestellt aus 2311 veröffentlichten Schriften.

Im Jahr 2007 veröffentlichte die EU- Kommission ihren Bericht „Mögliche Auswirkungen elektromagnetischer Felder (EMF) auf die menschliche Gesundheit“
2. Die Schlussfolgerungen dieses Berichts zeigen einen Mangel an konsistenten Ergebnissen an und kamen zu dem Schluss, dass „...keine gesundheitlichen Auswirkungen bei Exposition unterhalb der im Jahr 1998 von der ICNIRP festgelegten Grenzwerte konsequent nachgewiesen werden konnte, insbesondere für langfristige Low-Level Exposition.“

In jüngerer Zeit hat der Bioinitiative Report
3, ein unabhängiger Bericht von 29 wissenschaftlichen Autoren aus zehn Ländern, das aktuelle Verständnis der weltweiten Nachforschungen zum Thema potenziell schädliche biologische Effekte der elektromagnetischen Strahlung veröffentlicht. Die folgenden Kategorien:

Auswirkungen auf Gen und Proteinexpression

Einfach beschrieben ist die Genexpression der Prozess durch den Zellen Proteine replizieren, aus denen dann neue Zellen in unserem Körper entstehen. Die Exposition von EMF kann bestimmte Gen und oder Proteinexpression in den Zellen verändern. Dies geschieht sogar bereits bei niedrigeren Werten als bei den von der ICNIRP empfohlenen. Es wird anerkannt, dass weitere Forschung notwendig ist.
Genotoxische Effekte – RFR und ELF DNA Schäden

Die Erforschung des möglichen Schadens an der DNA (Genotoxizität) aus der HF-EMF Exposition war bisher weitgehend unklar. Der Bericht zeigte auf, dass die Hälfte der durchgeführten Studien Auswirkungen bemerkte, die andere Hälfte jedoch nicht. Es kann jedoch festgestellt werden, dass unter bestimmten Umständen (anhängig von Dosis, Häufigkeit, Intensität usw.) DNA Schäden auftreten können. Wobei einige Studien Wirkungen bei Expositionshöhen unter 4W/kg aufweisen, diese sind jedoch sogar geringer als die wo bei normaler Handynutzung auftreten können. Umgekehrt wurde gezeigt, dass ELF-EMF genotoxisch ist und DNA-Schäden verursacht wobei die Mehrheit der Studien Auswirkungen aufzeigt.
Stressreaktion (Stressproteine)

Stress oder Hitzeschockproteine werden von einer Zelle produziert wenn sie von Umweltgiften wie Schwermetallen oder ungünstigen Bedingungen wie Hochtemperatur oder Sauerstoffmangel angegriffen wird. Es wurde gezeigt, dass ELF und HF-Exposition dieselbe Reaktion auslösen. Dies weißt darauf hin, dass Zellen die EMF als Bedrohung erkennen, sogar unterhalb der Sicherheitsnormen. Ein weiteres Problem in Bezug auf diese Stressreaktion ist, dass eine verlängerte Exposition die Reaktion schwächen lässt und somit ihre Schutzwirkung entsprechend abnimmt.
Auswirkungen auf die Immunfunktion
Sowohl die menschlichen als auch die tierexperimentellen Studien haben eine messbare Veränderung der Funktion des Immunsystems mit der Exposition gegenüber des Umgebungsniveaus von EMF gezeigt. Einige der Expositionsniveaus sind vergleichbar mit denen von drahtlosen Technologien die derzeit im täglichen Gebrauch sind. Es ist möglich, dass eine längere Exposition gegenüber EMF in der Bevölkerung zu Immun-Dysfunktion, allergischen oder entzündlichen Reaktionen und Krankheiten führen kann. Die Mastzelle ist ein biologischer Indikator für eine allergische/inflammatorische Reaktion und es hat sich gezeigt, dass jene auf EMF reagiert. Mastzellen sind weitestgehend in der Haut , im Herz und im Gehirn zu finden.
Auswirkungen auf die Neurologie und das Verhalten

Es scheint ein wenig Zweifel daran zu geben, dass Mobiltelefon EMF die Gehirnaktivität und unsere mentale Fähigkeiten beeinflussen kann. Es kommen noch erschwerende Umstände zu solchen Tests hinzu wie die Komplexität der Aufgabe und andere externe Reize die die Testergebnisse beeinflussen können. Es wurden sowohl positive als auch negative Effekte berichtet. Es ist jedoch hervorzuheben, dass viele Effekte bei Werten unter 4W/kg beobachtet wurden, was im direkten Widerspruch zum IEEE Leitkriterium steht.
Hirntumore und akustische Neuroma

Studien welche die Verbindung zwischen Mobiltelefongebrauch und Hirntumoren untersucht haben ein beständig wachsendes Muster gezeigt bei einem Mobiltelefongebrauch von mehr als 10 Jahren. Das Risiko von einem akustischem Neurom (einem mit dem akustischen Nerv verbundenen Tumor) und einem Gliom (einem Tumor mit den Gliazellen des Gehirns oder der Wirbelsäule) sind am höchsten, wenn das Telefon überwiegend auf einer Seite des Kopfes verwendet wird. Im Jahr 2012 verurteilte das oberste italienische Gericht einen Geschäftsmann, der Motorola vorwarf, dass sein gutartiger Hirntumor durch seinen umfassenden Gebrauch seines Handys hervorgerufen wurde.

Leukämie im Kindesalter
Nachforschungen lassen einen Zusammenhang zwischen Leukämie in der Kindheit und einer Exposition während der Schwangerschaft oder in frühester Kindheit vermuten. Die IARC hat 2011 ELF als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.
Auswirkungen auf Melatonin: Alzheimer und Brustkrebs

Aus der Analyse, wie oft und bei welche Gruppen von Personen bestimmte Krankheiten auftreten (Epidemiologie), zeigten sich starke Hinweise darauf, dass die Exposition gegenüber ELF Magnetfeldern ein Risikofaktor sowohl bei Alzheimer als auch bei Brustkrebs ist. Geringe Mengen des Hormons Melatonin werden vermutlich mit einem höheren Risiko dieser beiden Bedingungen assoziiert. EMF Exposition steht im Zusammenhang mit dem Rückgang der Melatoninproduktion.

Der Bioinitiative Report unterstreicht auch die Bedeutung der Signalmodulation in der Interaktion zwischen EMF und der Humanbiologie, deren Wirkungen bisher noch nicht vollständig in die Forschung einbezogen wurde.

Seit 2012 wurden zahlreiche zusätzliche Untersuchungen durchgeführt die neue Bedenken hervorriefen. Beispielsweise wird EMF mit Autismus, Depression, männliche Fruchtbarkeitsprobleme, Durchlässigkeit der Gehirnblutsperre, Störung des Schlafes und sogar mit Diabetes und Fettleibigkeit.

2015 hat das SCENIHR seinen Bericht weitestgehend aktualisiert
4, wobei die Schlussfolgerungen weiterhin dem Vorgänger entsprechen: keine schädlichen Auswirkungen von EMF. Allerdings deutet es daraufhin, dass die Ergebnisse in vielen Bereichen nicht schlüssig sind. Die Messung von Effekten ist schwierig und viele weitere Untersuchungen sind noch notwendig.

Es gibt viele Kontroversen auf dem Gebiet der EMF und der menschlichen Gesundheit. Der Bioinitiative Report wurde kritisiert fürs „Kirschenpflücken“ wissenschaftlicher Beweise, da die Autoren einen voreingenommenen Blick auf die Bedrohung durch die EMF Exposition veröffentlichen. Allerdings wurde das Dokument als eine unabhängige Bewertung der möglichen Risiken im Zusammenhang mit EMF, aus der Sicht der Beteiligten und ihrer Überzeugung über die gesundheitlichen Risiken. Als solche eröffneten sie eine Debatte, die die statistische Wissenschaft sonst ausspricht: Wenn 55 von 100 Studien „keine Wirkung“ aufweisen, ist die Schlussfolgerung „keine Wirkung“; die anderen 45 Studien können legitime Ergebnisse zeigen, sind aber überschattet.

Ist dies ein „alarmierendes“ Verhalten oder soll es nur eine öffentliche Diskussion über mögliche gesundheitliche Probleme umgehen?

Darüber hinaus haben natürlich die großen Unternehmen einen enormen Einfluss auf das Ergebnis bestimmter Studien. Viel mehr sogar als die Öffentlichkeit mitbekommt. Dies wird natürlich abgestritten, wobei bereits bei einigen Studien offenkundig wurde, dass Unternehmen die Ergebnisse beeinflussten. Keine Industrie wird einfach ruhig dasitzen und abwarten was passiert, wenn ihr Einnahmen und ihr Markt in irgendeiner Form bedroht werden.

Die große Frage die jeder für sich selbst entscheiden muss ist nun: Muss man angesichts der Tatsache, dass sich die wissenschaftliche Gemeinschaft immer noch innerhalb der eigenen Mauern uneinig ist, ob EMF nun Risiken birgt oder nicht, Maßnahmen ergreifen um sich und die Gesundheit der eigenen Familie zu schützen?




And in English..........

Biological Effects of EMF

The beginning of the 20th century saw the start of a tidal wave of electromagnetic activity across the world, a wave that has since grown to tsunami proportions and which continues to circulate the globe. From the time of the very first AM radio broadcasts, both the public and scientists have voiced their concerns over the possible health implications associated with electromagnetic radiation. In the decades following the development of radar, research into the effects on human biology of microwaves revealed detrimental effects, symptoms of which became known as “microwave sickness”. The observed effects from this research were summarised in a bibliography published by the US Naval Medical Institute in 19721. Their report detailed over 140 different biological effects, both positive and negative, compiled from 2311 published papers.

2007 saw the EU Commission publish its report “Possible effects of Electromagnetic Fields (EMF) on Human Health”2, as compiled by the Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR). The conclusions of this report indicated a lack of consistent results and went on to conclude that “….no health effect has been consistently demonstrated at exposure levels below the ICNIRP-limits established in 1998. However, the database for this evaluation is limited especially for long-term low-level exposure”.

More recently, the 2012 BioInitiative Report3, a report independently compiled by 29 scientific authors from ten countries, reviewed the current understanding from subsequent research world wide and classified the potentially harmful biological effects of electro-magnetic radiation, many occurring below the ICNIRP limits, into the following categories:

Effects on Gene and Protein Expression

 

Simply described, gene expression is the process by which cells replicate proteins, the essential building blocks of life, from which new cells in our bodies are created.

 

It has been shown that EMF exposure can change gene and/or protein expression in certain types of cells, even at intensities lower than ICNIRP recommended values, the consequences of which are unclear within the scientific community. It is acknowledged that further research is required.

 

Genotoxic Effects – RFR and ELF DNA Damage

 

Research into the possible damage to DNA (genotoxicity) from RF EMF exposure has been largely inconclusive. The report suggested that half of the studies performed to date reported effects and half not. However, it can be concluded that in certain circumstances (depending on dose, frequency, intensity etc.) DNA damage can occur, with some studies showing effects at exposure levels below 4W/kg, less than those likely to occur with normal mobile phone use. Conversely, ELF EMF has been shown to be genotoxic and cause DNA damage, with a majority of studies showing effects.

 

Stress Response (Stress Proteins)

 

Stress or heat shock proteins are produced by a cell when it is under attack from environmental toxins, such as heavy metals, or adverse conditions, such as high temperature or lack of oxygen. ELF and RF exposure has been shown to initiate the same response, indicating that cells recognise EMF as a threat, even at levels well below existing safety standards. A further concern in respect to this stress response is that prolonged exposure causes the response to weaken and thus its protective effect weakens accordingly. 

 

Effects on Immune Function

 

Both human and animal studies have shown measureable changes to the function of the immune system with exposure to environmental levels of EMF. Some of the exposure levels are comparable to those of wireless technologies currently in daily use. It is possible that prolonged exposure to EMF below public safety levels may lead to immune dysfunction, allergic or inflammatory responses and ill-health. One particular type of cell, the mast cell, is a biological indicator for an allergic/inflammatory response and has been shown to respond to EMF. Mast cells are found largely in the skin, heart and brain and so this kind of effect could contribute to explaining the symptoms associated with EHS.

 

Effects on Neurology and Behaviour

 

There seems to be little doubt that mobile phone EMF can influence brain activity and our ability to perform mental tasks, although the interpretation of the results from such research is both complex and largely inconclusive. Our understanding here is further hindered by the influence of other factors, for example the mental load of the subject under test, the complexity of the task and other external stimulate which may affect the outcome of any such tests. Both positive and negative effects have been reported. However, it must be highlighted that many effects have been observed at levels below 4W/kg, which is in direct contradiction of the IEEE guideline criterion.

 

Brain Tumours and Acoustic Neuroma

 

Studies investigating links between mobile phone use and brain tumours have shown that, for mobile phone use >10 years, there is a consistent pattern of increased risk of acoustic neuroma (a tumour associated with the acoustic nerve) and glioma (a tumour associated with the glial cells of the brain or spine) at its highest when using the phone predominantly on one side of the head. In 2012 the Italian Supreme Court awarded damages to a business man who accused Motorola of causing his benign brain tumour through his extensive use of a mobile phone, following evidence from two “respected” scientists.

 

Childhood Leukaemia

 

The bulk of research into an association between EMF and childhood leukaemia suggests a connection to exposure during pregnancy or early life and this was reflected in the IARC’s 2011 decision to define ELF as “possibly carcinogenic”. 

 

Effects on Melatonin: Alzheimer’s Disease and Breast Cancer

 

From the analysis of how often and in what groups of people particular diseases occur (known as epidemiology), there is strong evidence to suggest that exposure to ELF magnetic fields is a risk factor in both Alzheimer’s disease and breast cancer. Low levels of the hormone melatonin are believed to be associated with a higher risk of these two conditions and some studies have shown EMF exposure to be related to a drop in melatonin production.

 

The BioInitiative Report also highlights the significance of signal modulation in the interaction between EMF and human biology, the effects of which have not been fully considered in research to date.

Clearly, much additional research has been conducted since 2012 and new concerns have been added to those above, for instance the association of EMF with autism, depression, male fertility, permeability of the brain-blood barrier, disruption of sleep/circadian rhythms and even diabetes and obesity. 

Subsequently, in 2015 SCENIHR have extensively updated their report4, with conclusions much the same as its predecessor: no harmful effects from EMF. However, it does suggest that, in many areas, results are inconclusive, measurement of effects is difficult or that further investigation is required.

Much controversy exists in the field of EMF and human health. The BioInitiative Report has been criticised for “cherry-picking” scientific evidence, the authors choosing to publish a biased view of the threat from EMF exposure. However, the document was compiled as an independent assessment of the possible risks associated with EMF, from the point of view of those involved and their belief that there are health risks. As such, it opens a debate which statistical science otherwise washes over: when 55 from 100 studies say “no effect”, the general conclusion is “no effect”. The other 45 studies may show legitimate results but are overshadowed. 

Is this “alarmist” behaviour or is it merely serving to provoke public discussion of possible health issues?

Additionally, corporate power may have a greater influence in the outcome of a lot of research than the public might credit. This is, of course, contentious but some studies have been shown to be at fault in this way. No industry, and particularly not its shareholders, is likely to sit idly by and watch its market, and therefore its profits, threatened without taking some preventative actions, in whatever form they deem appropriate.

 

The question that one has to answer for oneself is this: given that the scientific community cannot agree within its own walls whether there are risks associated with EMF or not, what action should I take to safe guard my own health and that of my family?

 

Isar Energetics - EMF Advice

 


References:

 

1) Bibliography Of Reported Biological Phenomena ('Effects') And Clinical manifestations Attributed To Microwave And Radio-frequency Radiation

 

By: Zorach R. Glaser, Naval Medical Research Institute, Maryland, USA. April 1972 (Second Edition).

2) Possible effects of Electromagnetic Fields (EMF) on Human Health

 

By: Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR), March 2007.

Available at: http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_scenihr/docs/scenihr_o_007.pdf

 

3) Biolnitiative Report: A Rationale for a Biologically-based Public Exposure Standard for Electromagnetic Radiation

 

By: BioInitiative Working Group, Cindy Sage and David 0. Carpenter, Editors.

Available at: www.bioinitiative.org, December 31, 2012

 

4) Possible effects of Electromagnetic Fields (EMF) on Human Health

 

By: Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR), January 2015.

Available at: http://ec.europa.eu/health/scientific_committees/emerging/docs/scenihr_o_041.pdf